Das Rückgrat unseres Mobilitätssystems ist der Umweltverbund – zu Fuß, per Rad, mit Bus und Bahn. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen im Öffentlichen Verkehr auf mehr Qualität durch geregelten Wettbewerb. Auch im ländlichen Raum stärken wir regionale Angebots- und Versorgungsstrukturen und fördern erfolgversprechende Modelle mit regionalen Bahnangeboten oder flexiblen Rufbussen. Um bequem und umweltverträglich zum Arbeitsplatz, zum Einkaufen, zur Schule, ins Kino oder an den Urlaubsort zu gelangen, organisieren wir den mühelosen Wechsel zwischen den Verkehrsträgern. Wahlfreiheit hat, wer von Tür zu Tür unterschiedliche Verkehrsangebote mit fließenden Übergängen nutzen kann, z. B. durch elektronische Fahrgastinformation, bargeldlosen Fahrscheinverkauf und übersichtliche Verbundtarife. Dazu sind der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs, aber auch neue Dienstleistungsformen Voraussetzung. Nicht das Besitzen, sondern das Nutzen von Autos wird Teil von Mobilitätsketten sein: Car-Sharing und Taxen in Kombination mit Bus und Bahn ersparen Parkplatzsuche und unnötigen Flächenverbrauch. In den Städten und Regionen wollen wir binnen zehn Jahren den Radverkehrsanteil durch eine fahrradfreundliche Siedlungsgestaltung verdoppeln. Das wird eine spürbare Steigerung der Lebensqualität in unseren Kommunen bringen.
“Integrierte Verkehrsplanung heißt Beteiligung der Betroffenen”
Auch im Verkehr lassen sich Energieverbrauch und damit CO2 vermindern. Diesen Trend wollen wir verstärken. In den nächsten zehn Jahren muss der CO2-Ausstoß des Verkehrs um mindestens ein Drittel verringert werden. Dazu muss die Effizienzrevolution der Fahrzeuge vorangetrieben werden. Das Ein-Liter-Auto muss vom Reißbrett auf die Straße gebracht werden. Parallel dazu wollen wir die Markteinführung emissionsneutraler Antriebe – Solarwasserstoff, Brennstoffzelle, Pflanzenöle – beschleunigen. Dafür müssen anwendungsorientierte Forschung, steuerliche Anreize, Sanktionen und technische Zielvorgaben zusammenwirken.
Integrierte Verkehrsplanung heißt Beteiligung der Betroffenen. Wir stehen für die Partizipation der Menschen in Planungsprozessen und Fahrgastbeiräten. Die unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse von Frau und Mann, Jung und Alt oder Menschen mit Behinderungen bilden dafür den gemeinsamen Bezugspunkt.
Der Anteil der Schiene am Güterverkehr muss rasant gesteigert werden, der Anstieg des Güterverkehrs auf der Straße ist zu bekämpfen. Dazu sind die Öffnung des Schienennetzes für private Güterbahnen und eine verursachergerechte Lkw-Maut auf der Straße notwendig.
Wir wollen den Verkehrslärm drastisch reduzieren, insbesondere während der Nacht. Dazu wollen wir einen nationalen Lärmminderungsplan. Wir wollen in allen Verkehrsbereichen Lärmzertifizierungen durchsetzen und lärmarme Fahrzeuge fördern, lärmintensive Fahrzeuge belasten und zurückdrängen. Auch bei neuen und stärker belasteten Bahnstrecken wollen wir zusätzlichen Lärmschutz. Für die Flughäfen müssen Nachtflugverbote durchgesetzt werden.





